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Klinische Psychologie in der medizinischen Rehabilitation
Bisher liegen wenige Befunde dazu vor, inwiefern Depressivität und Geschlecht den Rehabilitationserfolg bei chronisch unspezifischem Rückenschmerz beeinflussen. In der vorliegenden Studie wurde der Rehabilitationserfolg unmittelbar, drei und sechs Monate nach der Rehabilitation in Abhängigkeit von Geschlecht und Depressivität bei 116 Patientinnen und Patienten mit chronisch unspezifischem Rückenschmerz untersucht (43 Frauen, 73 Männer; M=48 J., ICD-10-Diagnosen: M45.4/M45.5, M54.4/M54.5).
Nach der Rehabilitation waren insgesamt alle Parameter mit mittleren Effektstärken verbessert. Dagegen ergaben sich sechs Monate nach der Rehabilitation ausschließlich für die schmerzbezogenen Kennwerte mittlere Effektstärken. Außerdem waren für den mittelfristigen Rehabilitationserfolg das Geschlecht und das Ausmaß der Depressivität von Bedeutung: Frauen hatten auch mittelfristig stabilere Rehabilitationserfolge in der Schmerzintensität, der Funktionsbeeinträchtigung bezogen auf Familie/Freizeit und in den Schmerzbewältigungsstrategien „Kompetenzerleben“ und“Entspannung“. Demgegenüber zeigten insbesondere Männer mit höheren depressiven Symptomen rückläufige Rehabilitationseffekte sowohl in den schmerzbezogenen Kennwerten als auch tendenziell in der Schmerzbewältigungsstrategie „Kognitive Umstrukturierung“. In Post-hoc-Analysen wiesen sie sechs Monate nach der Rehabilitation sogar eine Verschlechterung der Funktionskapazität und der Somatisierung im Vergleich zum Rehabilitationsbeginn auf. Unsere Ergebnisse lassen erwarten, dass geschlechtsspezifische Behandlungsmaßnahmen sowie die Implementation von Elementen einer Depressionsbehandlung für Patientinnen und Patienten mit hohen, aber subklinischen depressiven Symptomen den Erfolg der orthopädischen Rehabilitation auch nachhaltig absichern.
Rehabilitation 2008; 47: 284-298
DOI: 10.1055/s-2008-1076708
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
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