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Klinische Psychologie in der medizinischen Rehabilitation
Ziel dieser explorativen Querschnittstudie war, das körperliche und psychische Befinden von Patienten mit Thoraxschmerzen in Abhängigkeit vom Vorliegen einer kardialen Erkrankung (Koronare Herzerkrankung, andere kardiale Erkrankung, keine kardiale Erkrankung, unklare Diagnose) zu untersuchen.
Methodik: Konsekutiv konnten 383 Patienten, die wegen Thoraxschmerzen in der kardiologischen Ambulanz vorstellig wurden, hinsichtlich Angst und Depressivität (HADS) sowie körperlicher Beschwerden (B-L) befragt werden.
Ergebnisse: Bei der Hälfte aller Patienten konnte keine kardiale Erkrankung zur Erklärung des Thoraxschmerzes nachgewiesen werden. Das körperliche und psychische Befinden der Patienten war unabhängig vom Vorhandensein einer kardialen Erkrankung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung beeinträchtigt. 50,9% der Patienten mit Thoraxschmerzen waren auffällig im Bereich allgemeiner Ängstlichkeit, 35,2% zeigten erhöhte Depressivitätswerte. 71,7% der Thoraxschmerzpatienten fühlten sich durch die körperlichen Beschwerden beeinträchtigt. Frauen mit Thoraxschmerzen waren im Vergleich zu Männern ängstlicher und zeigten ein niedrigeres körperliches Wohlbefinden. Ältere Patienten mit Thoraxschmerzen fühlten sich stärker körperlich beeinträchtigt als jüngere, waren jedoch weniger ängstlich.
Diskussion: Die hohe psychische Komorbidität, die in dieser Studie gezeigt werden konnte, betont die Notwendigkeit einer integrierten psychosomatischen Versorgung unabhängig vom medizinischen Befund. Eine Dichotomie „kardial vs. psychisch krank“ ist beim Verständnis des Symptoms „Thoraxschmerz“ nicht angemessen.
Quelle: Thieme eJournals – Abstract
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