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Klinische Psychologie in der medizinischen Rehabilitation
J. Lamprecht, J. Behrens, W. Mau, M. Schubert
Im Anschluss an eine medizinische Rehabilitation können Leistungen zur Rehabilitationsnachsorge sinnvoll sein, um einerseits die positiven Effekte der Rehabilitationsleistung zu verfestigen und zu stabilisieren sowie andererseits individuelle gesundheitsbezogene Verhaltens- und Lebensstiländerungen anzuregen. Primär dienen die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und Nachsorge der Deutschen Rentenversicherung (DRV) dem dauerhaften Erhalt der Erwerbsfähigkeit. Im Rahmen der Evaluation des Intensivierten Rehabilitationsnachsorgeprogramms (IRENA) der DRV Bund wurden auf der Grundlage verschiedener Datenquellen berufsbezogene Aspekte in der IRENA bei Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen untersucht. Im Vordergrund stand dabei zum einen die Frage, inwieweit eine berufsbegleitende Inanspruchnahme von IRENA-Leistungen sowohl auf der individuellen Ebene als auch in Abhängigkeit von institutionellen Rahmenbedingungen der Leistungserbringung möglich ist. Zum anderen wurden subjektiv wahrgenommene Veränderungen berufbezogener Parameter aus Sicht der IRENA-Teilnehmer analysiert, wobei spezifisch nach der Stärke der Beeinträchtigung der beruflichen Leistungsfähigkeit sowie nach besonderen beruflichen Problemlagen („MBOR-Klientel”) differenziert wurde.Methode: Die Datengrundlage der Analyse bilden personenbezogene Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung von IRENA-Leistungen des Jahres 2007 (n=30 663), Befragungsdaten von IRENA-erbringenden Einrichtungen im orthopädischen Indikationsgebiet (n=225), sowie Befragungsdaten von IRENA-Teilnehmern (n=750), die im Rahmen einer umfassenden Evaluation des IRENA-Programms erhoben bzw. durch die DRV Bund bereitgestellt wurden.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass die Vereinbarkeit der IRENA mit dem Beruf durch die institutionellen Rahmenbedingungen ermöglicht wird. Das tageszeitliche IRENA-Angebot ist in ganztägig ambulanten Einrichtungen oftmals deutlich größer als in stationären Kliniken. Zugleich beurteilen ganztägig ambulante Rehabilitationszentren die Vereinbarkeit von IRENA mit einer gleichzeitigen Berufstätigkeit deutlich besser als stationäre. Hinsichtlich der berufsbezogenen Parameter (berufliche Leistungsfähigkeit, Arbeitsunfähigkeitszeiten) wurden von den IRENA-Teilnehmern deutliche Verbesserungen von Beginn der Rehabilitation bis zum Befragungszeitpunkt nach Abschluss der IRENA berichtet. Personen mit besonderen beruflichen Problemlagen sind mit 33% in der IRENA-Population vertreten. Wesentliche Einflussgröße einer Verbesserung der beruflichen Leistungsfähigkeit nach IRENA ist die berufliche Leistungsfähigkeit bei Reha-Ende. Besondere berufliche Problemlagen haben hingegen keinen Einfluss; dieser Personenkreis profitiert von IRENA in gleicher Weise. Gleichermaßen wurde eine Verbesserung der mit der Erkrankung assoziierten Beschwerden sowie der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Alltag berichtet.
Die IRENA ermöglicht sowohl aus Einrichtungsperspektive als auch aus Sicht der Teilnehmer eine berufsbegleitende Inanspruchnahme und führt in Verbindung mit der medizinischen Rehabilitation zu einer subjektiven Verbesserung berufsbezogener Parameter.
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